Challenge #3

Be a Rainbow in Somebody’s Cloud

Hypnose Roschanski Augsburg - Kraft schöpfen

 

Es war einer der dunkelsten Tage in meinem Leben. Ich saß gerade im ICE von Augsburg nach Hamburg, als mein Handy klingelte und mein Onkel mir sagte, dass mein Vater gerade gestorben sei. Peng! Plötzlich war er da, dieser Moment, vor dem man sich als Kind ein Leben lang fürchtet. Von einer Sekunde auf die andere ist alles anders, alles verloren und Du hast das Gefühl, als würdest Du fallen und fallen und fallen.

 

Der Tod war schneller als ich

Ich hatte an dem Morgen extra den allerersten Zug genommen und gehofft, es noch rechtzeitig zu meinem Vater ins Krankenhaus zu schaffen. Ich hatte so sehr gehofft, in den letzten Stunden seines Lebens für ihn da sein zu können. Es hat nicht geklappt.

Ich hatte keine Ahnung, wie ich die restlichen Stunden im Zug überstehen sollte. Eigentlich war mir nach Weglaufen und Schreien, aber ich war gefangen in diesem mit Koffern und Menschen vollgestopften 6er-Zugabteil und konnte nirgendwo hin. Ich kauerte mich in meinen Sitz am Fenster und versuchte, meine Tränen so gut wie möglich zu unterdrücken, damit es niemandem auffiel.

 

Die magische Begegnung

Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit verging, bis mich auf einmal eine Hand berührte und eine zarte Stimme vorsichtig fragte: „Darf ich mich für einen Moment neben Dich setzen?“ Es war eine junge Frau, vielleicht Anfang 30. Ich machte ihr Platz und sie setzte sich. Sie fragte, was passiert sei und ob sie meine Hand halten dürfe. Ich weiß noch, dass es mir unglaublich peinlich war, vor den anderen Fahrgästen von meinem Vater zu erzählen, aber andererseits tat es so gut, die Hand dieser Frau zu spüren und zu wissen, dass sie in diesem Moment einfach nur da war.

 

Und dann auch noch das

Als hätte das nicht gereicht, erzählte sie mir auch noch, dass sie nur zu Besuch in Deutschland sei und seit einigen Jahren in Kanada auf Vancouver Island lebte. Das war ein Knaller für mich. Denn ich war einige Jahre zuvor für einen längeren Sprachaufenthalt in Vancouver gewesen und hatte mich so sehr in die Stadt verliebt, dass ich unbedingt auch dorthin auswandern wollte. Ich weiß nicht, wie genau es diese Frau geschafft hatte, aber als wir uns irgendwann noch über die Ungenießbarkeit kanadischer Schokolade unterhielten, hatte ich plötzlich ein Lächeln auf den Lippen. Irgendwann stieg die junge Frau aus dem Zug aus und war weg.

 

Ich nenne sie Regenbogen

Ich weiß bis heute nicht, wer diese Frau war und was sie bewegt hatte, mich anzusprechen. Aber ich würde was dafür geben, mich noch einmal bei ihr bedanken zu können. Sie war ein Geschenk des Himmels. Sie kreuzte wie aus dem Nichts auf, schenkte mir Trost in einem der traurigsten Momente meines Lebens und war im nächsten Augenblick wieder verschwunden. Sicher hatte es sie Überwindung gekostet, unter den Blicken der Leute zu mir rüberzukommen und mich anzusprechen. Ich danke ihr von Herzen für ihren Mut und ihre Menschlichkeit. Ich nenne diese Frau Regenbogen. Sie war einer der schönsten Regenbogen in einer der dunkelsten Wolken meines Lebens.

 

Warum wir Regenbogen brauchen

„Rainbow in somebody‘s cloud“ – Diese wunderschöne Metapher habe ich zum ersten Mal bei Maya Angelou gehört. Maya Angelou war eine US-amerikanische Schriftstellerin, Professorin, Bürgerrechtlerin und schlichtweg faszinierende Frau, die ich sehr bewundere. In einem Video, das Ihr Euch unten anschauen könnt, erzählt sie von den vielen dunklen Wolken, die es in ihrem Leben gab. Es gab aber auch viele Regenbogen, aus denen sie immer wieder Kraft ziehen konnte. Alle Menschen, die jemals ein Regenbogen für sie waren, die ihr jemals freundlich und liebend begegneten, trug Maya Angelou in ihrem Herzen bei sich. Darunter waren schwarze wie weiße, schwule wie heterosexuelle Menschen. Immer wenn Maya Angelou z.B. einen Bühnenauftritt hatte, erinnerte sie sich an all ihre Regenbogen und sagte: „Kommt mit! Ich gehe jetzt auf die Bühne. Begleitet mich, ich brauche euch jetzt!“ So hatte sie nie das Gefühl, alleine oder hilflos zu sein. Und so fühlte auch ich mich damals im Zug nicht alleine und hilflos, weil jemand einen Regenbogen in meine Wolke geschickt hat.


 

Mein Geschenktipp für den Valentinstag

Vielleicht hast Du keine Lust, zum Valentinstag überteuerte Blumen zu verschenken. Du kannst den Tag aber zum Anlass nehmen, um dem ein oder anderen Regenbogen in Deinem Leben danke zu sagen. Solche Menschen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind kostbare Geschenke. Ich meine damit nicht nur unsere Lebenspartner, die uns jeden Tag tragen und ertragen. Sondern auch all die anderen Menschen, die uns in dunklen Momenten gehalten oder den Schmerz mit uns ausgehalten haben. Menschen, die uns vielleicht in einem flüchtigen Moment einfach nur ein bisschen Hoffnung und Freude geschenkt haben. Ich wette, dass es einige Menschen in Deinem Leben gibt, die gar nicht wissen, dass sie ein Regenbogen sind. Wie wäre es, wenn Du es ihnen heute sagst? Wir wissen nie, ob es noch eine zweite Chance gibt, um danke zu sagen.

 

„Be a Rainbow in Someone Else’s Cloud!”

Sei DU heute für jemanden ein Regenbogen! „Be a rainbow in someone else’s cloud”, sagt Maya Angelou. Wir alle können Regenbogen sein. Wir können sogar Regenbogen für einen Menschen sein, der nicht unsere Hautfarbe hat, nicht unsere Sprache spricht und Gott nicht beim selben Namen nennt wie wir, sagt Angelou. Wir alle können Regenbogen in den Wolken anderer sein.

Hast Du Lust, heute ein Regenbogen zu sein?

 

Deine Challenge für den Valentinstag (und jeden anderen Tag):

  1. Überlege Dir, wer ein Regenbogen für Dich war oder ist.
  2. Speichere das Regenbogenbild (siehe unten) ab oder drucke es aus.
  3. Verschicke es per Mail, WhatsApp oder auf sonstige Weise an Deinen Regenbogen.
  4. Wenn Du die Möglichkeit hast, dann umarme Deinen Regenbogen heute ganz fest.
  5. Freu Dich, dass DU heute für einen Menschen ein Regenbogen warst!

 

Klicke auf das Bild, um es herunterzuladen.

Wer war oder ist in Deinem Leben ein Regenbogen? Warum ist dieser Mensch so besonders? Erzähle mir in den Kommentaren davon!

 

Danke, dass Du die Welt am heutigen Valentinstag besonders machst!

 

Deine

 

Stephanie

 

Foto: Annie Spratt, https://unsplash.com/@anniespratt

 

4 Antworten zu “Challenge #3”

  1. Silke Schweiger sagt:

    Danke, dass Du schon so oft der Regenbogen in meinem Leben warst liebe Steffi!

  2. Verena sagt:

    Vielen Dank für diese wunderbare Challenge 3!
    Dein Text hat mich sehr berührt und mich dazu angeregt in der momentanen stressigen Zeit inne zu halten und nachzudenken wer für mich ein Regenbogen ist und wo ich Regenbogen sein darf/durfte.
    Es war gut, kurz aus dem Alltag auszusteigen und sich bewusst zu machen, wie sehr man oft helfen kann, sei es nur mit einem guten Wort, einer Umarmung, einem Gebet, einer Notiz….

    Ich freue mich auf deine nächste Challenge!

    • Stephanie Roschanski sagt:

      Liebe Verena,
      ich danke Dir von Herzen für Dein tolles Feedback! Und ja, Du hast Recht, der Tag schenkt uns unzählige Möglichkeiten, anderen durch Kleinigkeiten zu helfen. Aber genau diese vermeintlichen Kleinigkeiten können für andere was ganz Großes bedeuten. Ich wünsche Dir auch weiterhin ganz viele Regenbogen-Begegnungen! 🙂 Deine Steffi

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